Isa Dahl, Idee der weiteren Welt, Galerie Knecht und Burster, 15.03. – 04.05.2019

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 15. März 2019 von 19-21 Uhr statt.

Einführung: Dr. Ulrich Janosovits

Idee der weiteren Welt
Vor einigen Jahren bin ich über die Mondrückseite gestolpert.
Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, Und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. Abendlied, Matthias Claudius 1779.
Es geht um Naturwahrnehmung, nicht in einem esoterischen Sinn, sondern darum, dass man die Mondrückseite tatsächlich real nie sehen kann wegen der gebundenen Erdrotation. Wir gehen aber von der Tatsache aus, dass wir uns vorstellen können, wie sie sei, diese Mondrückseite. Ein Beispiel für Wahrnehmung und daraus resultierende Vorstellungsfragen.
Malerei schafft, so wie ich sie verstehe, neue Vorstellungsräume.
Die Vorderseite ist das, was real da und sichtbar ist, die Rückseite sind die Gedanken, ist die Projektionsfläche des Betrachters.
Wahrnehmung ist individuell. Es gibt zwar einen Konsens über Begrifflichkeiten in Farb- und Formbezeichnungen, der die Grundlage für die Kommunikation darstellt. Aber es gibt einen viel größeren Teil, der nicht so einfach zu beschreiben ist.
Wenn man wie ich, Bildräume aus malerischen Kürzeln malt, dann erzählt man keine Geschichten, man liefert nicht ein Vokabular des grundsätzlich erst einmal Benennbarens, das den Einstieg in Rezeption vereinfacht.
Auch schlecht gemalt kann bei einem inhaltsschweren Thema der Inhalt das Bildwollen rechtfertigen.
Das können nichtthematische Bilder nicht beanspruchen, sie sind dem Verdacht der Schönheit ausgesetzt, verdächtig, weil sie nicht erklären wollen und auch keine Erklärung brauchen.
Bilder, die dem Medium vertrauen, aus dem sie entstehen. Aus Rhythmus, Farbe und Licht wird Raum.
Bilder, über die man nicht mehr wissen muss, als das, was man selbst wahrnimmt.
Die in ihrer Einfachheit und Abstraktion essentiell sind.
Was ist ein Titel? Er gibt einen Hinweis darauf, was zu sehen ist. Ist Kurzübersetzung von Bild in Sprache.
Poetischer Verweis – Spielerei – Essenz? In der Kunst geht es um Wahrnehmungsfragen.
Wie schaue ich die Welt an, wie nehme ich die Welt wahr. Isa Dahl, März 2019

Galerie Knecht und Burster
Alfred Knecht und Rita Burster GbR
Baumeisterstr. 4
76137 Karlsruhe
Tel +49-7 21-937 49 10
www.galerie-knecht-und-burster.de

Öffnungszeiten
Mittwoch – Freitag von 14 – 18 Uhr
Samstag 12 – 15 Uhr u.n.V

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